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Sprachkurs Irisch


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Irisch in Öffentlichkeit, Medien und Bildungssystem

In schriftlicher Form ist das Irische ist in ganz Irland anzutreffen. Offizielle Ausschilderungen, so beispielsweise Orts- und Straßenschilder, sind in der gesamten Republik, z.T. auch in Nordirland, nicht nur auf Englisch, sondern auch auf Irisch beschrieben. In Teilen der Gaeltacht (beispielsweise in Gebieten West-Connemaras) sind Orientierungshilfen dieser Art nur auf Irisch ausgezeichnet. Das gleiche gilt für Gedenktafeln und offizielle Dokumente. Gesetzestexte müssen in einer irischsprachigen Fassung veröffentlicht werden, deren Wortlaut in Zweifelsfällen verbindlich ist. In der Praxis werden Entscheidungen jedoch meist ausschließlich anhand des englischen Textes gefällt, zudem wird die irischsprachige Fassung häufig erst mit Verzögerung veröffentlicht.

Die meisten für private Zwecke veröffentlichten Hinweise und Erklärungen, beispielsweise Menüs in Restaurants, sind dagegen üblicherweise nur auf Englisch ausgezeichnet. Manche private Firmen zeichnen einen Teil ihrer öffentlichen Texte jedoch ebenfalls zweisprachig aus. So sind die einzelnen Abteilungen in Buchläden und Supermärkten häufig auch auf Irisch bezeichnet, Produkte irischer Herkunft jedoch sehr selten. Letztlich tragen zahlreiche Kneipen, Restaurants und Läden irische Namen.

Bisweilen hört man vor allem ältere Leute in Städten wie Galway oder Dublin Irisch sprechen. Darüber hinaus ist der Gebrauch der Sprache in den primär englischsprachigen Teilen Irlands fast vollständig auf wenige spezielle Umgebungen und Situationen beschränkt. An den Universitäten ist es an einigen Irisch-Fakultäten üblich, sich dieser Sprache zu bedienen. Die sonstige Verwendung des Irischen in der gebildeten urbanen Mittelschicht ist schwer einzuschätzen. Zwar sind gute bis sehr gute Irischkenntnisse in dieser Bevölkerungsgruppe verhältnismäßig weit verbreitet, doch scheinen diese sich weitgehend auf den passiven und/oder familiären Gebrauch zu beschränken. Allerdings ist es diese Schicht, die den Großteil der heutigen irischsprachigen Literatur produziert und konsumiert. In Unternehmen und Ämtern sowie in informellen Gesprächen „auf der Straße“ wird die Sprache kaum verwendet. Anders ist dies bei Gesprächen unter universitätsnahen Personen, Personen, die an Bildungs- und Forschungseinrichtungen tätig sind, sowie Künstlern und Schriftstellern. Diese nutzen häufig die (relativ seltene) Gelegenheit, sich mit anderen des Irischen mächtigen Kollegen oder Freunden auf Irisch auszutauschen. In der Öffentlichkeit spielt diese Art von Konversation jedoch eine geringe Rolle, das öffentliche Leben findet meist selbstverständlich auf Englisch statt. Es gibt jedoch einige Clubs, Cafés, Pubs und Buchläden, in denen nur oder vor allem Irisch gesprochen wird.

In irischer Sprache produzieren mehrere Radiosender (Raidió na Gaeltachta (staatlich), Raidió na Life (privat, Dublin)), ein irischsprachiger Fernsehsender (TG4, anfangs TnaG, Teilifís na Gaeilge) sowie einige irischsprachige Periodika, u.a. die Wochenzeitung Foinse („Quelle“) und einige meist kulturell oder literarisch orientierte Zeitschriften. Im Vergleich zur Sprecherzahl gibt es eine recht rege irischsprachige Literatur. Es gibt verschiedene Literaturfestivals und Literaturpreise. In den meisten Buchläden sind irischsprachige Bücher zu finden, oft jedoch in kleinen, recht abgelegenen Ecken.

Eine spezielle Ausprägung des Irischen in der Öffentlichkeit ist das häufig so genannte Token Irish. Gemeint ist mit dem Begriff die plakative Verwendung des Irischen, um aufzufallen, zu verkaufen oder politisch korrekt zu erscheinen, häufig ohne echten Bezug zur Sprache. Im weiteren Sinne werden daher oft auch die Bezeichnungen der irischen Institutionen, Straßenschilder usw. dazu gerechnet. Im engeren Sinne bezieht sich der Begriff auf viele in touristisch orientierten Läden vertriebene Souvenirartikel, z.B. Sticker und Tassen mit Texten in irischer Sprache. Deren Palette reicht von Erin go bráth („Irland für immer“) bis Póg mo thóin („Leck (küss) mich am Arsch“). Bei vielen Touristen bildet diese Art oberflächlicher Identitätsbezeigung einen der hauptsächlichen Kontakte mit dem Irischen und hinterlässt daher häufig einen prägenden, aber extrem einseitigen Eindruck von der Sprache.

An allen staatlichen Schulen des Landes ist Irisch Pflichtfach, während der restliche Unterricht normalerweise auf Englisch stattfindet. Es gibt jedoch eine Anzahl von Schulen, Gaelscoileanna genannt, an denen Irisch die Unterrichtssprache für alle Fächer ist. Vor allem auf Druck von Eltern hin wurden in den 1970er Jahren die obligatorischen Schulabgangsprüfungen für das Irische abgeschafft. Schüler müssen daher seit Jahrzehnten zwar Irisch lernen, ihre Kenntnisse aber selten ernsthaft nachweisen. Lediglich für den Zugang zu bestimmten Jobs im Staatsdienst und zu den Colleges der National University muss ein A-Level-Abschluss im Fach Irisch vorgelegt werden.